Der Niederdollendorfer Myriameterstein
Geschichte der Rheinkilometrierung
Weniger bekannt dürften die ersten Vorgänger dieser Kilometrierung sein: 1831 war die Central Commission für die Rheinschiffahrt von den damaligen Rheinanliegerstaaten Frankreich, Baden, Bayern, Hessen, Nassau, Preußen und Niederlande gegründet worden. Sie beschloss 1863/67 eine einheitliche Längen- und Höhenvermessung des Rheinstroms und "alle 10.000 m auf jedem Ufer, gerade gegenüber, einen festen Stein (Myriameterstein) zu setzen und an demselben unverrückbare Pegel mit dem Nullpunkte am Amsterdamer Pegel anbringen zu lassen". Die Längenmessung begann auf der Rheinbrücke in Basel.
Von diesen Myriametersteinen haben sich im Bonner Raum zwei erhalten, bei Grau- Rheindorf und in Niederdollendorf. Deren Abstand beträgt 11,7 km in der Strommitte, so daß zumindest einer der Steine versetzt worden sein muss. Beide Steine haben gleiches Format und tragen entsprechende Inschriften.
Auf der Wasserseite ist unter einer Nummer die Höhe über Amsterdam angegeben, die Landseite gibt die Abstände nach Basel und Rotterdam an, während Berg- und Talseite die Entfernung zu den preußischen Landesgrenzen angibt.
Die Inschriften des Niederdollendorfer Steines – 1867 gesetzt – sind stark verwittert, lassen sich aber rekonstruieren. Es handelt sich bei den Steinen um wichtige technik-geschichtliche Denkmäler.
Zu beachten ist, dass die ehemaligen preußischen Landesgrenzen angegeben sind!