- Niederdollendorfer Glosse -

Evangelisches Stricken

- als man in Niederdollendorf eine evangelische Handarbeitslehrerin suchte -
Evangelische Volksschule
Die evangelische Volksschule Niederdollendorf
Quelle: KdHN-Bildarchiv

Die 1901 gegründete evangelische Volksschule in Niederdollendorf wurde im Jahre 1955 zweiklassig. An der Schule unterrichteten zwei männliche Lehrer. Leider besaßen die beiden Männer aber zu wenig Expertise in der Nadelkunst, um den Mädchen Handarbeitsunterricht zu geben.

Zu diesem Behufe hatte man dafür eine Nonne eingestellt, die aber - wie bei Nonnen durchweg üblich - den Fehler hatte, katholisch zu sein.

Das konfessionelle Flickwerk wollten die evangelischen Eltern - im Wesentlichen zugezogene Bundesbedienstete - natürlich so nicht unwidersprochen hinnehmen und sie verlangten, einen der beiden Lehrer gegen eine Lehrerin auszutauschen, die der Textilverarbeitung mächtig war und ihre Schneiderinnen-Kenntnisse den Kindern auch vermitteln konnte - eine evangelische Handarbeitslehrerin.

Über diese Auseinandersetzung berichtete im Februar 1955 das Nachrichtenmagazin "Der SPIEGEL" in seiner Rubrik "Hohlspiegel". Leider ließ der Autor aber offen, welchen Ausgang der Streit in Niederdollendorf letztendlich genommen hat.


Quelle: Der SPIEGEL 9/1955 (Rubrik "Hohlspiegel")