- Niederdollendorfer Glosse -
Der ausradierte Straßenname
- über die misslungene Ehrung eines Bundestagspräsidenten -
Nachdem die Firma Lemmerz im Jahre 1954 im Süden von Niederdollendorf zwischen Hauptstraße und Eisenbahn eine neue Siedlung mit circa 65 Häusern errichtet hatte, suchte man einen geeigneten Straßennamen.
Dieses Unterfangen wurde von sechs Lokalpolitikern bearbeitet, von denen zwei von der FDP, zwei von der Deutschen Zentrumspartei, einer von der CDU und einer von der SPD waren. Es lag dazu auch ein Bürgerantrag vor, in dem vorgeschlagen wurde, die Straße nach dem gerade eben erst verstorbenen evangelischen CDU-Bundestagspräsidenten "Hermann-Ehlers-Straße" zu benennen.
Die Beratung der sechs lokalen Parteimatadore ergab, dass der vorgeschlagene Straßenname in der Zukunft "doch wieder ausradiert" würde. So entschloss man sich, diese Radierung umgehend durchzuführen und einen Namen zu vergeben, dem man eine größere Langlebigkeit zutraute. Man nannte die Straße zusammen mit der gesamten Siedlung "In der Rheinau".