Der 800 Jahre alte Turm der Kirche zu Niederdollendorf


Niederdollendorf, am Fuße des Petersberges, war eine der fünf Filialen, die zum Kloster der Benediktinerinnen in Vilich gehörten und im Jahre 1144 von Kaiser Konrad III. (1138 - 1152) mit dem Patronat und Zehnten bestätigt wurde. Gemäß einer Urkunde muss vor 1372 die Erhebung zur Pfarre stattgefunden haben. Die "Pfarrkirche zum hl. Erzengel Michael" gilt nach der Überlieferung als die älteste katholische Kirche in der Gegend, und man erzählt, dass früher sogar die Bewohner von Rüngsdorf auf der linken Rheinseite nach Niederdollendorf zum Gottesdienst gekommen seien. In einem im Jahre 1699 aufgefundenen Register melden Bürgermeister, Geschworene und Nachbarn, dass die Kirche zu Niederdollendorf die Mutterkirche von Oberkassel, Oberdollendorf, Heisterbach, Heisterbacherrott und Königswinter sei. Die ältesten Teile der Kirche sind das Chor und der Turm, im romanischen Stil des 12. Jahrhunderts. Nachdem im Mai des Jahres 1689 die Kirche von französischen Soldaten, die von Bonn aus die Gegend brandschatzten, arg zerstört worden war, erhielt der Turm bei der Wiederherstellung der Kirche die jetzige kunstvolle, beachtenswerte Form. Der Helm des Turmes bildet ein Pyramidaldach, das durch Brechung der Kanten aus dem Viereck in ein Achteck mit ungleichen Flächen übergeht.

Seit 1911 steht der Turm, der dem Orte seinen Stempel aufdrückt, neben dem Kirchenschiff, ist also ein richtiger "Campanile", eine interessante Besonderheit dieser Kirche, die mit Ausnahme des romanischen Chors keinen besonderen Baustil aufweist. Auf eine wechselreiche, tausendjährige Geschichte kann das kleine Dollendorf zurückschauen. Kriegsnot und Plünderung, Pest, Hungers- und Wassernot griffen oft grausam in das Schicksal seiner Bewohner ein. Verschwunden sind die einstigen Herren, die Ritter von Löwenburg, von Heinsberg und von Dollendorp, geblieben sind nur der schöne Rhein, die sieben Berge und die Liebe der Dollendorfer zu Ihrer Heimat.

Quelle: Zeitungsausschnitt Bonner General-Anzeiger vom 2.1.1937

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==> Hier ein weiterer ausführlicher Artikel zu diesem Thema: ein Pfarrbrief von 1980